Ort:
Paris
Der neue Lernbereich trägt den etwas sperrigen Namen „Umgang mit dem Respekt gegenüber Haustieren“ und ist dem Kompetenzbereich „Kollektive Regeln und Autonomie“ zugeordnet. Er richtet sich zunächst an Kinder im ersten Grundschuljahr, also an Sechs- bis Siebenjährige. Inhaltlich geht es darum, dass Tiere Schmerz empfinden, Stress erleben und Wohlbefinden kennen – und dass menschliches Verhalten diese Erfahrungen direkt beeinflusst.
Lehrer sollen Kindern helfen zu verstehen, welchen Respekt sie Lebewesen in ihrer unmittelbaren Umgebung schulden. Das klingt abstrakt, ist im Schulalltag aber durchaus greifbar: Wie geht man mit dem Familienhund um? Was braucht eine Katze? Warum ist es falsch, Tieren absichtlich wehzutun?
Eingebettet ist der Tierschutz damit in einen größeren Bildungsauftrag, der auf Empathie und Verantwortungsbewusstsein abzielt. Gleichzeitig soll das Grundschulmodul als Fundament für spätere Unterrichtsinhalte dienen. In der Mittelschule behandeln französische Schüler bereits Fragen des Tierschutzes und der ethischen Behandlung von Tieren, in der Oberschule kommen Umweltschutz und Biodiversität hinzu. Der Ansatz ist also stufenweise gedacht.
Weiterführende Informationen / Quellen:
- Warum lernen Erstklässler in Frankreich Tierschutz – und in Deutschland nicht?
- Für ein besseres Miteinander von Tier und Mensch in der Zukunft - Lerneinheiten…